Erwinia heute

Die Erwinia heute ist geprägt durch ein ausgesprochen gutes Verhältnis zwischen Altherrenschaft und Aktivitas. Die Alten Herren versuchen die Studenten so gut es geht zu unterstützen und bieten die Möglichkeit für einen freizeitlichen Ausgleich zum harten Studienalltag.

Unsere Semesterprogramme enthalten nach wie vor einige interessante, wissenschaftliche Vorträge, aber auch einige Freizeitveranstaltungen, wie z.B. die „Penthousepartys“, deren Erlös stets der Obdachlosenhilfe von St. Bonifaz zu Gute kommt. Das Pflegen studentischer Gebräuche ist in der Aktivitas sehr beliebt und freut sich fortwährender Beliebtheit. So registrieren wir seit der Jahrtausendwende steigende Mitgliederzahlen und unser Verbindungsheim ist ein gern gesehener Rückzugsort für Jungphilister, die bereits in das Berufsleben eingestiegen sind. Die Erwinia ist nach wie vor engagiert im KV und stellte in den Jahren 2011 und 2012 zusammen mit der Albertia zum dritten Mal in ihrer Geschichte den Vorort.

Chargia Sommersemester 2015

Zum 140. Stiftungsfest im Jahre 2013 fand ein umfassender Generationenwechsel in der Philister-Vorstandschaft statt, was zur Verjüngung der Organisationsstruktur insgesamt beitrug. Wir sind dennoch froh, auf verdiente Leute zurückgreifen zu können und nehmen ihre Ratschläge gerne an. Durch umfangreiche Renovierungsarbeiten in den letzten Jahren wurden die Räumlichkeiten der Erwinia weiter verbessert und den aktuellen Bedürfnissen angepasst.

In 2018 feierten  wir lebendig und im festlichen Rahmen unser 145. Stiftungsfest und gleichzeitig den siebenhundertsten Todestag unseres Namensgeber Erwin von Steinbach.

Die Aktivitas der Erwinia umfasst derzeit ca. 20-25 Mitglieder. Darunter befinden sich Studenten jeglicher Fachbereiche. Wie die Zukunft der Erwinia in ein paar Jahren aussehen wird, liegt nicht zuletzt in ihrer Hand.

 „Die Tendenz des „Schnell-fertig-werdens“, das Streben, nach möglichst kurzer Studienzeit die Alma Mater zu verlassen, ist einerseits verständlich und wird durch die zeitlich begrenzte Unterstützung des Studenten mit Geldmitteln nur noch gefördert. Auch für den Studierenden gilt das Wort Franz Werfels vom modernen Menschen: Aus einem Liebhaber (im weiteren Sinne) ist ein Zielhaber geworden. Es gilt, eine vernünftige Mitte zu finden zwischen Brotstudium und Bummelantentum. […] Die zunehmende Versachlichung und Technisierung unseres Lebens bietet unseren Corporationen und Gemeinschaften nicht gerade günstigsten Nährboden. […] 

Diese Zeit der Neuorientierung und des Übergangs verlangt von Jugend und Corporation Anpassungsfähigkeit, von den Alten Herren die Bereitschaft, sich den Problemen der Jugend nicht zu verschließen, von unserer Jugend aber auch die Einsicht, dass alte Bäume sich dem Biegen und Verbiegen weniger geneigt zeigen. Es wird zu den vornehmsten Zielen unserer Alten Herren zählen, unserer Jugend den entsprechenden Raum für ihre Entwicklungen zu schaffen und zu erhalten. Die Aktivitas muß ihr Augenmerk darauf richten, das Bestehende maßvoll der Zeit anzupassen, zu ergänzen, was der Ergänzung bedarf, und zu achten, was überliefert ist.“ 

(Aufzeichnungen von Bb Dr. Theo Teutsch aus dem Jahr 1963)

↩︎ Startseite