{"id":56,"date":"2015-10-08T14:47:05","date_gmt":"2015-10-08T12:47:05","guid":{"rendered":"http:\/\/10.176.91.236\/?page_id=56"},"modified":"2016-08-11T13:20:29","modified_gmt":"2016-08-11T11:20:29","slug":"die-zeit-zwischen-den-weltkriegen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.erwinia.de\/index.php\/erwinia-in-der-neuzeit\/die-zeit-zwischen-den-weltkriegen\/","title":{"rendered":"Die Zeit zwischen den Weltkriegen &#8211; die gro\u00dfe Zeit des Verbindungslebens"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem w\u00e4hrend des Kriegs die Verbindungsgesch\u00e4fte haupts\u00e4chlich von der Altherrenschaft gef\u00fchrt worden waren, konnte sich durch eifrige Keilarbeit am 17.1.1919 der Verein in einem AC und BC erneut konstituieren. Jede Woche wurden mindestens zwei Pflichtveranstaltungen (Konvent und Kneipe) abgehalten, st\u00e4ndig nahm die Zahl der Verbindungsmitglieder zu. Dieser Wiederbeginn bedeutete jedoch kein Weitermachen wie bis 1914. Die jetzigen Mitglieder waren bis auf wenige Ausnahmen erst nach dem Krieg eingetreten und kannten somit die fr\u00fchere Zeit nicht. Viele waren Kriegsteilnehmer, die einen Offiziersrang bekleidet hatten und somit Verantwortung trugen und f\u00fcr das vormalige unbek\u00fcmmerte Studentenleben wenig \u00fcbrig hatten. Infolge der politischen Wirren von 1919, als sich in Bayern eine R\u00e4terepublik zu etablieren drohte, spielte auch die Politik in der Verbindung eine gr\u00f6\u00dfere Rolle als fr\u00fcher. Das satzungsgem\u00e4\u00dfe Politikverbot wurde aufgegeben, und durch Vortr\u00e4ge und Diskussionen lie\u00df man sich \u00fcber politische und wirtschaftliche Probleme unterrichten.<\/p>\n<p>Wie nahezu alle Verbindungen erfuhr auch die Erwinia in den zwanziger Jahren einen bedeutenden Aufschwung. Die Verbindungen boten damals den so notwendigen gesellschaftlichen Halt, und von Erwinia wird insbesondere berichtet, dass viele Bundesbr\u00fcder in der Verbindung eine gro\u00dfe F\u00f6rderung ihres Studiums fanden. Wie auch vor dem Krieg haben sich die Erwinen durch Austausch von B\u00fcchern, Manuskripten und sonstigen Studienhilfen dauernd unterst\u00fctzt, da dadurch das Studium vielfach intensiviert und verk\u00fcrzt werden konnte. Zu der Zeit bestand auch eine beachtliche Erwinenbibliothek, f\u00fcr die die Alten Herren Fachb\u00fccher und Manuskripte stifteten. Die Zusammenarbeit mit anderen katholischen Studentenverbindungen aus ganz Deutschland wurde intensiviert und viele Bundesbr\u00fcder engagierten sich tatkr\u00e4ftig in der Hochschulpolitik.<\/p>\n<p>H\u00f6hepunkt dieser Zeit war das 50. Stiftungsfest im SS 1923, das unter gro\u00dfer Beteiligung von Ehreng\u00e4sten aus Staat, Stadt, Hochschule und Kirche sowie des gesamten M\u00fcnchener KV abgehalten wurde. Der Festball war ein gesellschaftliches Ereignis, bei dem Mozarts kleine Oper \u201eBastien und Bastienne\u201c aufgef\u00fchrt wurde. \u00dcbrigens: Der Geldwert sank damals so rapide, dass der Senior die Miete f\u00fcr den Festsaal in H\u00f6he von 49.000 RM zu Beginn des WS ohne weiteres aus seinem Monatswechsel zahlen konnte.<\/p>\n<p>Um diesem Wachstum Rechnung zu tragen und um den Studenten eine eigene Heimat zu schaffen, wurde 1922 aus der Altherrenschaft heraus ein Hausbauverein gegr\u00fcndet. Durch einige finanzielle Anstrengungen gelang es schlie\u00dflich, ab 1930 das Heim der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B\u00fcrger-S\u00e4nger-Zunft_M\u00fcnchen\" target=\"_blank\">\u201eB\u00fcrger-S\u00e4nger-Zunft\u201c<\/a> in der Schwanthalerstra\u00dfe\u00a035 auf l\u00e4ngere Zeit anzumieten und dem Verbindungsleben entsprechend einzurichten. Somit war scheinbar der Grundstein f\u00fcr eine erfolgreiche Zukunft gelegt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_152\" aria-describedby=\"caption-attachment-152\" style=\"width: 657px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-152 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/50Stiftungsfest.jpg\" alt=\"\" width=\"657\" height=\"393\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-152\" class=\"wp-caption-text\">50. Stiftungsfest 1923<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong><span style=\"color: #3366ff;\">\u21a9\ufe0e<\/span><\/strong> <em><a href=\"http:\/\/www.erwinia.de\/\">Startseite<\/a>\u00a0<\/em>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<span style=\"color: #3366ff;\">\u27a0<\/span> <a href=\"http:\/\/www.erwinia.de\/?p=539\"><em>Aufl\u00f6sung in der Zeit des Nationalsozialismus<\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem w\u00e4hrend des Kriegs die Verbindungsgesch\u00e4fte haupts\u00e4chlich von der Altherrenschaft gef\u00fchrt worden waren, konnte sich durch eifrige Keilarbeit am 17.1.1919 der Verein in einem AC und BC erneut konstituieren. Jede Woche wurden mindestens zwei Pflichtveranstaltungen (Konvent und Kneipe) abgehalten, st\u00e4ndig nahm die Zahl der Verbindungsmitglieder zu. 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